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Meine Rückreise – Von Sofia nach Aschaffenburg

Gezogen von der 45_195-1 kam ich am Morgen um 6.00 Uhr in Sofia an. Irgendwo unterwegs wurde wohl die Zuglok gewechselt; es spricht für die BDZ, dass ich davon im Schlafwagen nichts mitbekommen habe, lief er doch als zweiter Wagen hinter der Lok. Es folgte eine Stadtbesichtigung, welche ich an anderer Stelle beschreiben werde, dann wird hier ein Link auf diese neue Seite stehen.

Im Zug von Sofia durch Rumänien nach Budapest, schlicht Nr.480 Serdika und in Ungarn 'IC 480 Serdika' genannt, wächst meine Spannung, was mich am Sonntag erwarten wird. Zum einen, weil ja dieser Zug zeitweise bis Curtici eingekürzt war – fährt er jetzt wirklich durch, oder hänge ich doch 90 Minuten in der Dunkelheit im Grenzbahnhof herum, wartend auf einen Anschlusszug. Zum anderen wegen der Warnungen meiner jüngsten Tochter vor Budapest, wo sich gerade die sogenannte Flüchtlingskrise zuspitzte.

Aber soweit bin ich ja noch lange nicht.

Wiederholung bei Tageslicht: Sofia – Mezdra

Sofia Hauptbahnhof

Von der Schwierigkeit, eine Fahrkarte zu erwerben

Als ich dann aus der Stadt zurück kam, holte ich mir mein Gepäck wieder bei der freundlichen Dame an der Aufbewahrung ab. Ein Trinkgeld nahm sie nicht an und so behielt ich meine Lewa. Dann stellte ich mich an einem der Fahrkartenschalter an, schließlich galt meine Karte ja erst ab Mezdra. Doch dies war nicht so einfach, wie ich dachte. Meine Bitte um eine Fahrkarte nach Mezdra wurde mit dem Hinweis beantwortet, dass der nächste Zug erst gegen 13 Uhr führe. Ich sagte, dass ich den Serdika um 11.55 Uhr nehmen möchte, worauf sie mir bedeutete, dass das nicht gehe. Ich müsse den Zug um 13 Uhr nehmen. Daraufhin erklärte ich ihr, dass ich doch schon eine Platzkarte für den Serdika (ab Sofia) und eine Fahrkarte für diesen ab Mezdra bis Budapest besäße. Daraufhin ließ sie mich meine Fahr- und Platzkartensammlung auspacken, kontrollierte sie mit scharfem Blick und mit einer anscheinend abfälligen Äußerung hatte ich nun auch die letzte benötigte Fahrkarte zum Preis von rund 2,80 € für 88km; - da kann man nicht meckern. Vielleicht werde ich einmal verstehen, warum das Bahnpersonal in Bulgarien überall sehr freundlich und hilfsbereit ist, nur nicht die Damen an den Fahrkartenschaltern. Noch ist es jedoch nicht so weit.

Parade der 'bisher Ungesehenen'

Vor meiner Abfahrt kamen dann fast alle Fahrzeuge vorbei, die mir in meiner Bildersammlung noch fehlten.

Zuerst war es die Rangierlok 52_226.8, welche vom VEB Henningsdorf (Berlin/DDR) gebaut wurde und in Deutschland als V60D, später als BR 106 bzw. 346 unterwegs war.

BR 52 in Sofia; entspricht V60D in DE.

Danach kam eine E-Lok der Baureihe 46 vorbei, welche in Craiova (RO) bei Elektroputere gebaut und bei Koncar in Kroatien speziell für den Reisezugdienst modernisiert wurde. In ihrer Ursprungsversion gleicht sie den in Rumänien quasi als Standard-E-Lok in Dienst stehenden BR 40.

Electroputere - Koncar 46.205

Fast zum Schluss fand ich in einem etwas entfernteren Gleis die dreiteiligen Variante der erst deit 2008 in Dienst stehenden Elektro-Version des BDZ-Desiro, gebaut von Siemens; - Baureihe 30.

Desiro-Elektro_3-tlg

Dazu die Reste einer nun blau gestrichenen E-Lok der 'uralt-' Baureihe 41.

BR 41

Begegnung mit 'meinem' Zug

Etwas verwirrt war ich, als ich direkt hinter der Lok meines Zuges den Wagen fand, zu dem meine Platzkarte gehörte: ein älterer Wagen erster Klasse! -- meine Fahrkarte galt aber nur in der zweiten. Auf meine Nachfrage hieß es nur kurz und freundlich: die Platzkarte gilt, ob erste oder zweite Klasse Fahrkarte ist egal. OK, wenn das so ist, reise ich die nächsten 20 Stunden halt erstklassig.

mein 1.Klasse-Wagen mein 1.Klasse-Wagen

Parallelausfahrt

Auf einem Nachbargleis verließ zeitgleich ein Zug nach Blagoewgrad den Bahnhof und es kam zu einer interessanten Parallelfahrt, bei der es kurzzeitig so aussah, als ob beide Züge eigentlich zusammenstoßen müssten.

Parallelfahrt Parallelfahrt Parallelfahrt BR 41 Parallelfahrt

oben: Sieht ganz schön knapp aus, da vorne ...
unten: Im Vorbeifahren ein korrektes Zuglaufschild entdeckt.

Parallelfahrt

... und Tschüss ...

Parallelfahrt

Der Höhepunkt: das Iskar-Tal

Kurz nachdem der Zug Sofia verlassen hat. beginnt der Weg über den Balkan durch das Iskar-Tal. Der Balkan ist ein Gebirge, das Bulgarien von West nach Ost ziemlich genau in der Mitte durchzieht. Von daher ist Bulgarien eigentlich das einzige wirkliche Balkanland. Nur an drei Stellen überwindet die Eisenbahn dieses natürliche Verkehrshindernis. Diese sind von Ost nach West, also vom Schwarzen Meer bis zur serbischen Grenze:

Von allem Schönen, was ich aus den Zügen gesehen habe, war dieser Streckenabschnitt für mich der am meisten beeindruckende; schöner noch als die Fahrt durch die Karpaten von Brasov nach Sinaia. Vielleicht wäre der Abschnitt an dem Donaudurchbruch 'Eisernes Tor' in Rumänien auch zu nennen, doch diesen durchfuhr ich mitten in der Nacht und schlafend.

Bilder zum Iskartal auszuwählen fällt schwer, daher habe ich sie in einem Album zusammengefasst. Dieses können Sie hier starten und dann entweder nacheinander durchklicken oder einfach ablaufen lassen.

Von Mezdra nach Vidin

In Mezdra begegnete mir dann die dritte (vierteilige) Version des bulgarischen 'Elektro-Desiro'

Desiro 34 31 007-2 BG BDZ im Bahnhof Mezdra Desiro 34 31 007-2 BG BDZ im Bahnhof Mezdra

und die vom Eisenfraß angeknabberte 44 158 vor dem Express (IC) 2602, der um 7.30 Uhr in Varna mit dem Ziel Sofia startete.

Skoda-E-Lok Baureihe 44 158 BG BDZ im Bahnhof Mezdra

… hier fehlt noch eine Menge … aber es wird werden!

zweite Brücke über die Grenze von Bulgarien nach Rumänien

neue zweite Brücke über die Donau bei Vidin

Ganz im Hintergrund ist die 'Donaubrücke 2' (Brücke 'Neues Europa'), auch Brücke Vidin–Calafat genannt (bulgarisch Дунав мост 2, bzw. Мост Видин-Калафат; rumänisch Podul Calafat-Vidin) https://de.wikipedia.org/wiki/Donaubrücke_2

neue zweite Brücke über die Donau bei Vidin

Das Wetter spielte leider nicht so richtig mit, an diesem 5.September.

neue zweite Brücke über die Donau bei Vidin

Blick auf die Rampe von Eisenbahn und der rechten Fahrspur der Autobahn

die schöne graue Donau nach Norden

die schöne graue Donau (nach Norden, also Richtung Wien)

Ein Pylon der Schrägseilbrücke

Ein Pylon der Schrägseilbrücke

Ortsschild Rumäniens auf der Brücke

das 'Ortsschild' Rumäniens

Ortsschild Bulgariens auf der Brücke

das 'Ortsschild' Bulgariens (Rückblick)

Dank an die EU, welche die aufwändige Brücke mitfinanziert hat.

und ein Dank an die EU, welche die Brücke erst möglich machte. Auf dem rotweißen Kilometerstein 84 ist angegeben, dass es nach Craiova über die Landstraße 84 km sind, nach Basarabi (an der Donau) sind es nur 5 km.

Craiova-Curtici, die letzte Nacht im fahrenden Zug

In Craiova steigen drei sehr kräftig gebaute Herren in das bis dahin von mir alleine genutzte Abteil ein. Mein erster Gedanke war tatsächlich: Hoffentlich sind die auch friedlich! Aber dann machte ich es mir auf meinem Doppelplatz bequem, schloss die Augen und wurde trotz deren lauter Unterhaltung erst Stunden später wieder in Timisoara (der -anderen- Stadt mit Oktoberfest) wach. Es entwickelt sich ein Gespräch über das typische Männer-Thema: Große, starke Autos. Alle drei schwärmten von den deutschen Autos mit hohen PS-Zahlen, besonders BMW. Als ich dann zum Besten gab, dass ich selbst einen kleinen Nissan fahre, verstanden sie die Welt nicht mehr. Sie fragten mich aus, wie das damals mit der DDR und der BRD gewesen sei und nach der Topographie Westeuropas. Ich malte Landkarten und merkte, wie weit weg unser 'vereintes EU-Europa' in deren Gedanken und Weltbild war.

Oder anders ausgedrückt: Für diese schien die BRD genauso das Paradies zu sein, wie damals für die DDR-Bürger. Und die Probleme unseres Landes: Flüchtlinge, Euro, Syrienkrieg und was sonst noch wichtig scheint, waren für sie so relevant wie die Probleme eines Milliardärs, der nicht weiß, welche seiner hundert Schuhe er anziehen soll (für einen, dessen einziges Paar gerade die Sohle verliert).

Nachdem die beiden Rumänen den Zug verlassen hatten, erzählte mir der verbliebene Mitreisende, dass er Lokomotivführer und Ausbilder für andere Lokomotivführer sei. Er kam gerade von einer Schulung in Craiova bei Softronic und führe über Budapest nach Hause (Zagreb) zurück. Er klagt über den schlechten Oberbau im rumänischen Eisenbahnnetz und den 'amtierenden' Lokführer, wegen dessen gefährlichen, weil viel zu schnellen Fahrstils, den er an deutlich hörbaren, seltsamen Geräuschen erkannte. Sehr beruhigend klang das nicht und auf meine Frage: „Wir werden aber doch ankommen?“ antwortete er lakonisch: „Weiß ich nicht; mag sein!“

Die hervorragenden Qualität der schweren, sechsachsigen Lokomotiven der Reihe 40, welche auch unseren Zug zog, lobte er hingegen in den höchsten Tönen. Entwickelt wurde die 5400 kW/h starke Maschine bei ASEA in Schweden 1962 in drei Paaren vierachsiger Lokomotiven (Rb 1 bis 6) welche von Anfang an als Baumuster für den Export gedacht waren. Als solche kam sie unter anderem als sechsachsige El-15 im Jahr 1965 nach Norwegen, wo sie für den Transport der schweren Erzzüge von Narvik nach Kiruna eingesetzt wurde. Eine andere kleine Lieferserie dieser Co'Co' Lokomotiven ging 1965 und 1966 nach Rumänien,und wurde dort in Lizenz von 1967 bis 1991 bei Electroputere in Craiova gebaut; insgesamt mehr als Tausend Stück.

Ebenfalls in Lizenz von ASEA wurde parallel dazu ab 1965 eine vierachsige Version von der Koncar-Group (Zagreb) im damaligen Jugoslawien als JŽ 441 gebaut. Einige davon wurden als CFR 43 und 44 im Tausch gegen die sechsachsigen CFR 40 nach Rumänien exportiert. – Die Original Rb 1 wurde schließlich 1965 zur weltweit ersten Thyristor gesteuerten Lokomotive umgebaut.

Auch weiß ich nun, dass die 'Oerlikon'-Bremse moderner und bedienerfreundlicher ist, als die von Knorr und dass die modernen Siemens- und Traxx-Lokomotiven mit ihren vier Achsen auf den schlechten, kurvenreichen Bergstrecken der Karpaten und des Balkans ihre liebe Not hätten. – Damit habe ich auch eine Erklärung dafür, warum die DB-Schenker-Rail in Rumänien die, auf den Erfahrungen von Electroputere aufbauenden 'Phönix' und 'Transmontana' Loks von Softronic anschafft.

Softronic Transmontana Lok der Deutsche Bahn Rumänien

Doch dann eröffnete er mir nach ein paar Telefonaten, dass er sich bereits in Bekescsaba mit dem Auto abholen ließe, da auch er von Budapest nur Schreckliches gehört habe und womöglich überhaupt nicht mehr mit dem Zug nach Hause in Kroatien kommt. – Was wird mich da wohl noch erwarten?

Curtici-MAV_431_138

In Curtici setzte sich die MAV-Lok 431 138 vor meinen Zug nach Budapest. Uhrzeit: 3:33 Uhr MESZ (= UTC+2)

Wie schon bei meiner Einreise in Rumänien am Abend vorher schauten die Grenz-Kontrolleure Rumäniens und Ungarns lange mein Bild im Personalausweis an, das mich noch mit spärlichem Bart und etwas mehr Haaren zeigte. Schließlich akzeptierten sie nach einigen Fragen meine Identität und empfahlen mir, einen neuen Ausweis zu beantragen. Auf der Hinfahrt war das nirgends ein Problem.

Ungarn am frühen Morgen

Kroatischer Reisezugwagen (HR)

Kroatischer Reisezugwagen HR-HZ 61 78 20 00 057-9 Bee in Loekoeshaza

Ungarische Lok Baureihe 418

Ungarische Personenzug-Lok H-Start 92 55 0418 146-0. Hier waren auch zwei FOXrail Loks im Einsatz, aber kaum zu fozografieren.

Container-Kessel

In Gyoma dann die Begegnung mit einem Güterzug; hier Sgnss 31 55 4576 197-8 H-RCH Mit 'Bertschi' Flüssigkeits-Container.

zweiachsiger Kesselwagen

In Mezötúr gab stand ein Bauzug, ganz in grün, mit diesem zweiachsigen Kesselwagen: Yp 44 55 7076 114-5 H-FKGJK.

grüner Bauzug

... und hier ein Teil vom Rest ...

Zugzielanzeiger

Das Dienstfahrzeug einer Ministerin steht als Denkmal in Mezötúr. Es ist der Umbau eines PKW in ein Schienenfahrzeug.

Zugzielanzeiger

Zugzielanzeiger

Zugzielanzeiger

Zugzielanzeiger

Nun, mit 30 Minuten Verspätung in Budapest angekommen fallen mir die vielen 'Uniformierten' auf, die aber recht friedlich zu sein schienen. Ich nenne sie so, weil ich auf die Schnelle nicht erkennen konnte, ob sie zur Eisenbahn, der Polizei oder zum Militär gehörten. Das gemütliche Frühstück von den geschenkten 5000 Forint fällt aufgrund eines Überganges von nurmehr 25 Minuten aus.

An der Anschlagtafel fehlt jeder Hinweis auf meinen Railjet 'RJ-62' nach München. Ich frage an der Auskunft nach und erhalte zur Antwort: Nehmen sie den um 9.10 nach Hegyeshalom.

Zugzielanzeiger

Hier auf Gleis 8 hätte mein RailJet stehen sollen. Unter der Uhr und dem Zugzielanzeiger einige Hinweise für die Flüchtlinge, links: echte arabische Ziffern und unten der Hinweis, dass es vom Bahnhof Hegyeshalom nur 5 Minuten zur Grenze nach Österreich sind. Gibt es gleich noch eine Wanderung.

Wie es weiter geht, weiß ich auch nicht. Schnell noch etwas Proviant im Kiosk neben an gekauft und vorbei an einem Kamerateam und einer Reihe 'Uniformierter, die mich aber unbehelligt ziehen ließen, ging ich am dem Zug vorbei, der gut besetzt schien, bis zur Lok, einer Traxx. Ein paar Fotos von dieser und dem Zug und dann in den ersten Wagen. Einige junge Herren, sie kamen aus Syrien, halfen mir beim Einsteigen mit meinem Koffer, Fototasche und Proviantbeutel. Aber weiter ging es nicht. Zwischen rund vierzehn Syrern, einem Afrikaner und einem verzweifelnden deutschen Tourist stand ich dort, auf der Plattform des 1.Klasse-Wagens. Etwa 9.40 Uhr, also mit 30 Minuten Verspätung, rollt der Zug los. Nach gut zwei Stunden, erreichen wir Hegyeshalom.

Aus dem Zug sah ich, in Fahrtrichtung links, einen RJ. Der Ausstieg aber war rechts. Ehe ich mich orientieren konnte, wurde ich zu dem RJ 62 nach München 'am gleichen Bahnsteig gegenüber' beordert, kam im erste Klasse Abteil, 7381_1990_603-5, Platz 81, in einem sehr bequemen Einzelsessel zum Sitzen und hatte den Eindruck, dass nun niemand mehr stehen musste. Die Fahrt nach Österreich und weiter nach Deutschland begann um 11.56 Uhr und verlief ohne Grenzkontrolle, die Fahrkartenkontrolleure hatten kein Problem damit, dass mein 'Europa-Spezial-Ticket' nur in der zweiten Klasse gültig war und meine Platzkarte auf einen ganz anderen Platz verwies. In Wien Hbf, Gleis 9 schienen einige Syrer, die mit mir im IC nach Hegyeshalom standen, ausgestiegen zu sein. Zwei Stationen später, an Wiens Westbahnhof, wurde der Railjet dann um eine komplette Einheit (wohl bis Salzburg?) verstärkt, damit die Reisenden mit Platzkarte auch ihren Platz hatten. Selbstverständlich war auch ein Kameramann an Bord, der filmend durch die Wagen ging. Als ich ihn blitzte, war er etwas verstört, das kannte er wohl nicht. Tat wohl auch nur seine Arbeit.

Kameramann im RailJet

In München um 17.43 Uhr mit einer Stunde und 12 Minuten Verspätung angekommen, stand auf dem Nachbargleis ein 'IC-Ersatzzug' für die Flüchtlinge bereit.

Kameramann am Bahnsteig in München

Und auch in München wurde alles professionell gefilmt.

Flüchtlinge beim Umsteigen

Polizisten beobachten den Umstieg der Flüchtlinge

Polizisten beobachten den Umstieg der Flüchtlinge

Mein Anschluss-ICE war natürlich weg und der, welcher eine Stunde später ('jede Stunde - jede Klasse') fahren sollte, war – wie der RJ in Budapest – auf keiner Informationstafel zu finden.

ICE 1 nach Bremen

Also: kurz umgeschaut und einen ICE über Nürnberg nach Würzburg gefunden. Eingestiegen in den Speisewagen und nun, mit zehn Stunden Verspätung, endlich einen Becher Kaffee getrunken. Dafür, dass ich den Deckel nicht richtig geschlossen habe, wurde ich mit ein paar Spritzer Kaffee auf meinem Poloshirt belohnt. Ein Herr neben mir, der ein 'großes Weizen' genoss, kommentierte staubtrocken: „Deshalb mag ich diese Becher auch nicht!“ – Wie viel Kaffee mag ihm schon über Hemd und Hose geflossen sein? Ein Dutzend Fans der 'Fishtown-Pinguins' feierten hier auf Ihrer Heimfahrt fröhlich den Turniersieg in Ritten (Süd-Tirol).

Im gut gefüllten Wagen dahinter lernte ich dann wieder typisch-deutsche Spießigkeit kennen, der ich mich in Nürnberg entziehen konnte, denn dort stand, fast leer und abfahrbereit, der ICE über Aschaffenburg, den ich in München vergeblich suchte.

Bildschirm-Zugzielanzeiger

Ausnahmsweise hatte man seinen Startpunkt an diesem Tag in die Fränkische Metropole verlegt. Dafür gab es leider keinen 'Reisebegleiter'. Unterwegs musste der Zug vor Würzburg zweimal halten, um einen Güterzug vorbei zu lassen. Er war schlicht zu schnell(!) gewesen und 'Verfrühungen' stören wohl auch den reibungslosen Ablauf des Bahnverkehres.

Exakt eine Stunde später als ursprünglich geplant, erreichte ich Aschaffenburg, von wo ich per Kfz nach Hause gebracht wurde.

'mein' ICE-Wagen von Nürnberg nach Aschaffenburg

'meine' Wagennummer

271km Bulgarien +483km Rumänien +413 km Ungarn +737km RJ bis München +363km ICE in Deutschland + die Strecken von Grenzbahnhof zu Grenzbahnhof ergeben mehr als 2267 km Fahrt in 34 Stunden und 45 Minuten. Die Durchschnitsgeschwindigkeit betrug etwas mehr als 65 km/h, da ich die Entfernung von Vidin bis Golenti und von Curtici nach Lököshaza nicht kenne. Trotz allem nur eine Stunde Verspätung!

Toll gemacht, ihr Bahnen in fünf Staaten!

Logo der BDZ Logo der CFR Logo der MAV-START.png Logo der ÖBB (vom Taurus) Logo der DB von der 111-001-4